Zielsetzung beim Sport

Ziele gehören beim Sport absolut dazu, aber wie setze ich mir erfolgreich Ziele?

Zielsetzung beim Sport

„Ab morgen fange ich mit dem Training an“ oder „Nächstes Jahr nehme ich auf jeden Fall ab.“. Diese Sätze kennt vermutlich jeder von uns und bei dem ein oder anderen werden diese wohl auch schon mal gefallen sein – häufig jedoch ohne Erfolg. Aber woran liegt das? Wieso schaffen wir es oft nicht, unsere Ziele auch wirklich umzusetzen?

Ziele:

Fangen wir erst einmal mit Zielen im Allgemeinen an. Was sind überhaupt Ziele? Locke und Latham (1990a) definieren Ziele als etwas, das wir unbedingt erreichen wollen, beispielsweise einen gewissen Zustand. Dabei wird bewusst versucht, diesen Zustand zu erreichen.

Bezogen auf den Sport wird dabei zwischen drei verschiedenen Arten an Zielen unterschieden. Ein Rang- bzw. Ergebnisziel wäre ein bestimmtes Ergebnis bei einem Wettkampf, wie beispielsweise der Aufstieg in die nächst höhere Liga. Bei Leistungszielen wird anhand eines Referenzwertes erstellt, wie z.B. die Torquote pro Spiel. Prozessziele befassen sich mit Fertigkeiten und Strategien, also z.B. das Anwinkeln eines Beines beim Abfangen von hohen Bällen.

Wenn ein Ziel somit etwas ist, das ich unbedingt erreichen möchte, weshalb scheitert die Umsetzung so häufig?

Eine einfach formulierte Antwort auf diese Frage ist eine falsche Zielsetzung. Unklare und unrealistisch gesetzte Ziele führen dazu, dass ein Ziel beispielsweise gar nicht erst erreicht werden kann, weil es z.B. zu schwer ist oder man gar nicht messen kann, ob das Ziel erreicht wurde. So wäre es nicht ratsam, sich einfach nur vorzunehmen, besser zu werden, denn woran möchte man den Fortschritt festmachen?

Und wie setze ich meine Ziele dann richtig?

Eine häufig genutzte Methode, die die Zielerreichung nachweislich erhöht, ist das SMART-Konzept nach Engbert (2011). Demnach sollen Ziele die folgenden Bedingungen erfüllen:

Spezifisch: Ein Ziel soll spezifisch formuliert sein. So lässt es sich leichter in Handlungen übersetzen.

Messbar: Es muss möglich sein, die Zielerreichung zu messen, also festzustellen.

Attraktiv: Das Ziel sollte für die Person eine Bedeutung haben, also erstrebenswert sein.

Realistisch: Ein Ziel wirkt nur motivierend, wenn seine Erreichung wirklich möglich ist.

Terminiert: Das Ziel soll auf einen bestimmten Zeitraum festgelegt werden.

Nehmen wir als Beispiel mal einen Stürmer, der aktuell eine eher mäßige Torquote aufweist. Schlecht wäre es daher zum Beispiel sich das Ziel „Ich will vorm Tor effektiver werden“ zu setzen. Eine bessere Formulierung dafür wäre „Ich möchte in der Rückrunde meine Torquote von 0,5 Toren pro Spiel auf (mindestens) 1,2 erhöhen.“ Somit ist das Ziel deutlich formuliert. Durch einen Durchschnittswert ist es möglich, die Erreichung zu messen. Als Stürmer hat das Erzielen von Toren eine große Bedeutung für die Person und im Gegensatz zu einem Torwart, ist das Erreichen auch als gut möglich einzuschätzen. Durch die Rückrunde ist zudem ein Zeitraum festgelegt.

Neben der Formulierung kann es ebenfalls helfen, sich das Ziel aufzuschreiben. Dadurch bekommt das Ziel eine gewisse Verbindlichkeit. Hängt man es dann noch an einen Ort, den man mehrmals täglich passiert, bleibt das Ziel ständig präsent.

Also probiert es gerne aus! Durch die spielfreie Zeit haben die meisten von uns sicher viel Zeit, um sich über ihre (sportlichen) Ziele Gedanken zu machen.

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