Der Amateurfußball - Saisonabbruch oder weiterspielen?

Die Corona-Krise zwingt den Fußball in die Knie. Seit Wochen ruht der Ball von der Kreisliga bis zur Champions League. Wie soll es weiter gehen?

Der Amateurfußball - Saisonabbruch oder weiterspielen?

Keine Zuschauer, keine Partys, keine Einnahmen. Die Corona-Krise bringt die Amateur-Vereine im Saarland in arge Bedrängnis.

Die Vereine müssen zwar keine Gehälter von teuren Stars bezahlen, noch bangen sie um Millionen, welche z.B. durch Fernsehgelder verloren gehen. Trotzdem befinden sich die Amateur-Klubs durch die Zwangspause an einer Schmerzgrenze, denn auch sie haben laufende Ausgaben. Der Trainer und auch die Spieler werden bezahlt und verdienen oft mehr, als man es im Amateursport anvisieren würde. Auch den "kleinen" Vereinen tut es weh, wenn Zuschauereinnahmen wegbrechen und das Sportheim nicht geöffnet werden kann.

Aber nicht nur der Aspekt des Geldes ist zur Zeit ein zentraler Dreh- und Angelpunkt. Auch der Punkt, ob die Saison abgebrochen wird oder fortgeführt wird, beschäftigt tausende Hobbykicker im Saarland. Die Meinungen der Spieler sind sehr unterschiedlich.

Im Mutterland des Fußballs rollt in dieser Saison ab der 7. Liga kein Ball mehr. Der englische Fußballverband anulliert die laufende Spielzeit und erklärt das es keine Auf- und Absteiger gibt.

Ein Kommentar von Tim Mohr vom Verbandsligisten FC Palatia Limbach:

„Ich finde, man sollte sobald die Möglichkeit besteht, die Spiele in einem einigermaßen vertretbaren Rahmen durchzuführen, die Saison weiterführen.

Jede Mannschaft und jeder Spieler hat ein Dreivierteljahr seine Zeit geopfert und vieles für den jeweiligen Erfolg gemacht bzw. manche Mannschaften auch nicht.

Ich habe lieber keine Sommerpause und spiele im Sommer mehr oder weniger durch, auch wenn das englische Wochen und einen direkten Beginn der neuen Saison bedeutet, anstatt die Saison mit einem Abbruch zu Ende zu bringen.

Diese Entscheidung wäre eine Ohrfeige für alle Mannschaften, die viel investiert haben und jetzt vielleicht Tabellenplatz Zwei oder Drei belegen und noch alle Chancen im Aufstiegsrennen haben. Die bekommen die Chance aufzusteigen dann genommen.

Genauso ist es eine Bevorteilung der Mannschaften die hinten stehen, meistens auch zurecht. Denn keine Mannschaft steht nach zwei Drittel der Saison auf den letzten Plätzen und kann nichts dafür.

Es gibt genug Mannschaften, die jetzt schon so gut wie sicher abgestiegen sind, für die wäre dies dann eher noch eine Belohnung. Finde ich persönlich nicht gut. Eine Mannschaft, welche die ganze Saison Mist gespielt hat, bleibt dann wegen etwas wofür keiner was kann noch drin.

Es wäre am fairsten für alle Mannschaften es sportlich zu Ende zu bringen. Ich als Spieler hätte absolut keine Lust mir nachsagen zu lassen, man ist nur wegen Covid-19 aufgestiegen oder abgestiegen. 

Außerdem muss man erstmal eine Regelung finden, um einen Abbruch zu werten. Früher war es so, dass drei Viertel eines Spiels gespielt sein musste, damit es gewertet werden kann.

Bei einer Saison ist das aber sehr sehr schwierig, welchen Tabellenstand man holt.

Stand der Hinrundentabelle wären für mich zu wenig Spiele um eine aussagekräftige Antwort zu finden, da erst die Hälfte der Spiele gespielt wurde.

Beim aktuellen Tabellenstand hat Verein X am Anfang der Hin-/Rückrunde seine leichten Gegner, Verein Y schwere Gegner, das verzerrt also auch wieder die Tabelle.

Es ist alles ein sehr schwieriges Thema, aber gerade als Spieler kann ich mir nur wünschen, dass die Saison zu Ende gespielt wird."

Wie es tatsächlich weiter gehen soll, steht noch außer Frage. Fest steht aber, mit jeder weiteren Woche ohne Spiele wird ein Saisonabbruch im Amateursport immer wahrscheinlicher...

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