Wenn der Fußball zur Nebensache wird...

Nicht nur der Fußball, auch sämtliche Sportarten fallen dem Coronavirus derzeit zu Nichte. Das öffentliche Leben in Deutschland wird Tag für Tag immer mehr eingeschränkt.

Wenn der Fußball zur Nebensache wird...

Vor noch nicht einmal zwei Wochen schrieb der 1.FC Saarbrücken in Völklingen Geschichte und zog als erster Viertligist jemals ins DFB-Pokal Halbfinale ein.

Und jetzt? Im Völklinger Exil herrscht gähnende Leere. Eigentlich hätten die Kicker des FCS hier am Samstag (14 Uhr) gegen den FSV Mainz 05 II ihr nächstes Ligaspiel bestritten. Aber auch in den beiden anderen Regionalliga Stadien in Elversberg und Homburg herrscht Stille. Keine Fans, keine Emotionen, kein Fußball!

Aufgrund der aktuellen Entwicklung um das Covid-19-Virus ist an Fußball zur Zeit nicht zu denken. Schulen, Kitas, Bars, Sporthallen und Veranstaltungen wurden bis auf Weiteres geschlossen bzw. abgesagt. Das Coronavirus breitet sich in ganz Deutschland rasant aus, es gibt bereits über 5500 Infektionen (Stand 15.03.2020), davon alleine über 80 im Saarland.

Wie wird es weitergehen? Eine Frage die sich einige stellen und die derzeit nicht beantwortet werden kann. Es sind Zeiten wie diese, wo der Fußball, der schönste Sport der Welt, aus dem Blickwinkel aller fällt.

Dennoch stellt sich für viele Fußball-Fans die Frage, wie es jetzt weiter gehen wird. Wird die Saison nur kurz unterbrochen und danach mit englischen Wochen weitergespielt? Fallen die Spiele aus und die Vereine steigen nach aktuellem Tabellenbild auf bzw. ab? Wird der Ligabetrieb komplett eingestellt und es werden nur Auf- und Abstiegsplayoffs gespielt? Fragen wie diese stellen sich wohl viele Fußball-Fans in den letzten Tagen.

„Ich denke, dass am Montag oder Dienstag eine Entscheidung fallen wird. Das wichtigste ist aber, dass die Gesundheit der Menschen nicht auf’s Spiel gesetzt wird und der Fußball jetzt erstmal eine Nebenrolle spielt.“ so Saarbrückens Christopher Schorch.

„Solange man das Virus nicht eingedämmt hat oder einen Impfstoff entwickelt, der allen Menschen hilft, ist der Fußball, auch wenn es das Schönste auf der Welt ist, gerade nur eine Nebensache. Die Gesundheit aller Menschen steht zur Zeit im Vordergrund und das sollte das Wichtigste sein. Vor allem unseren älteren Mitbürgern sollten wir jetzt großen Respekt erweisen und besonders aufpassen und helfen, wo man helfen kann“ so Schorch weiter.

Auch der 31-jährige Abwehrspieler wurde bereits auf das Coronavirus getestet. Nach dem Pokalspiel gegen Fortuna Düsseldorf klagte Schorch über 40 Grad Fieber. Er habe sich unwohl gefühlt und sei noch vor dem Regionalligaspiel des 1. FC Saarbrücken in Walldorf zum Arzt gefahren. In der Saarbrücker Uniklinik wurde der Verteidiger kontrolliert und bei diesen Symptomen auch ein Coronavirus-Test gemacht. Das Ergebnis brachte zum Glück eine Erleichterung: Negativ! Es war „nur" ein viraler Infekt!

„Ich selber passe extrem auf und vermeide zur Zeit Kontakt zu Leuten, auch die, die man nicht kennt. Ich wasche mir öfter die Hände und achte auch darauf, dass ich meiner Freundin nicht so oft ins Gesicht fasse. Trotz allem schauen wir, dass wir das Leben weiterhin genießen. Wir unternehmen Spaziergänge mit dem Hund und meiden eben größere Menschenmassen um dem Virus vorzubeugen.“ erklärt Schorch.

Wie es jetzt weiter gehen wird, wird sich die nächsten Tage und Wochen zeigen. Eins steht aber fest: Die Wochenenden, an denen in den deutschen Fußballstadien Tausende Zuschauer mitgefiebert, gefeiert und gesungen haben, werden andere.

Logo