Viel Spannung und ein Kuriosum

SV Hülzweiler und FSV Lauterbach trennen sich 2:2

Viel Spannung und ein Kuriosum

Hülzweiler. In der Frauen Bezirksklasse Südwest trafen heute der SV Hülzweiler und der FSV Lauterbach aufeinander. Bereits in der zweiten Spielminute konnten die Spielerinnen des SVH mit 1:0 in Führung gehen. Es waren noch keine zehn Minuten gespielt, ehe Hülzweiler per Freistoß auf 2:0 erhöhen konnte.

Die Gäste vom FSV Lauterbach hatten in der Folge sichtlich Mühe den frühen Rückstand zu verarbeiten. Die Offensivbemühungen der Mannschaft von Spielertrainerin Bianca Herber verpufften größtenteils im Mittelfeld, klare Torchancen blieben die Ausnahme. Daher ging es mit einer nicht unverdienten 2:0 Führung für die Hausherren in die Pause.

Nach dem Wiederanpfiff erhöhten die Gäste peu á peu den Druck auf den Gegner, es sollte jedoch bis zur 70. Minute dauern ehe Nina Hochreither zum 2:1 für den FSV verkürzen konnte. Kurze Zeit später war die Mannschaft des SV Hülzweiler plötzlich in Unterzahl, der nicht immer souverän auftretende Schiedsrichter nahm ein zu frühes Betreten des Platzes im Rahmen eines Spielerwechsels zum Anlass, eine gelb-rote Karte gegen eine Spielerin des SV Hülzweiler zu geben.

In der 80. Spielminute dann der Ausgleich für den FSV. Nina Hochreither schnürte den Doppelpack zum 2:2 für Lauterbach. In der 90. Minute war es wieder Hochreither, die sich gegen zwei Verteidigerinnen des SVH durchsetzte und alleine auf das gegnerische Tor zu lief, ehe sie an der Strafraumgrenze von Hülzweilers Torhüterin Tatjana Alt zu Fall gebracht wurde. In der Folge Schaffte Alt etwas, was ihr durchaus einen Eintrag in die Geschichtsbücher des deutschen Fußballs einbringen könnte, sie sah für ein und dasselbe Foul je zwei mal die gelbe und zwei mal die rote Karte.

Der Schiedsrichter entschied zunächst auf Strafstoß für den FSV und damit verbunden die gelbe Karte. Nach einer kurzen Diskussion mit Spielerinnen beider Mannschaften revidierte er seine Entscheidung und entschied auf Freistoß von der Strafraumgrenze und rote Karte. Die Folge, erneute Diskussion und erneute Revidierung der Entscheidung, jetzt wurde wieder auf Strafstoß und gelb entschieden. Nach einer dritten Diskussionsrunde änderte der Schiedsrichter seine Meinung abermals und legte sich nun final auf Freistoß und rote Karte fest. Der fällige Freistoß sollte jedoch nichts mehr am Ergebnis ändern.

Es wäre dem Autor an dieser Stelle ein Leichtes, verbal auf eine phasenweise mehr als haarsträubende Leistung des Unparteiischen einzuprügeln, aber das wäre hier schlicht ungerecht. Es handelte sich um einen jungen unerfahrenen Schiedsrichter, der hier eines seiner ersten Spiele pfiff. Es wäre von Verbandsseite mehr als angebracht, die Vorgehensweise bei derart unerfahrenen Schiedsrichtern zu überdenken. Wenn ein Schiri in seinen ersten Spielen einen zweiten Unparteiischen an der Außenlinie hätte, den er bei strittigen Situationen befragen könnte und der auch ggf. eine Entscheidung überstimmen könnte, wäre das ein klarer Ansatz um zu gewährleisten, dass auf der einen Seite die Spielerinnen und Spieler eine ordentlich geführte Begegnung bekommen und gleichzeitig gerade die jungen, unerfahrenen Schiedsrichter mehr Rückhalt und Sicherheit in ihren Entscheidungen hätten, auch wenn dafür ggf. Änderungen in der Spielordnung nötig wären. Es war in diesem Spiel lediglich der Disziplin beider Mannschaften geschuldet, dass die Partie nicht aus dem Ruder gelaufen ist. Gerade die unschönen Ereignisse der jüngeren Vergangenheit haben gezeigt, wie leicht Emotionen in die falsche Richtung umschlagen können, hier bestünde die Möglichkeit Ursachen für Anfeindungen gegen Schiedsrichter schon an der Wurzel zu bekämpfen.

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