Interview mit einer jetzt schon „lebenden FCS-Legende“

Wir haben mit Daniel Batz, dem Torhüter und Pokalheld des 1. FC Saarbrücken gesprochen.

Interview mit einer jetzt schon „lebenden FCS-Legende“

Saarbrücken

FNS: Du hast deine Jugend und Ausbildung fast nur beim Traditionsclub 1. FC Nürnberg verbracht, wie war das für Dich?

Daniel Batz: Hallo Ralf, das ist meine Heimat und in Franken möchte man immer für den Club spielen. Ich hatte eine schöne Zeit in Nürnberg und bin stolz hier meine fußballerisches Ausbildung genossen zu haben.

Du durftest fast vier Jahre mit oder unter Christian Streich beim SC Freiburg in der 1. Bundesliga spielen, wie war diese Zeit und was konntest Du mitnehmen?

Das war meine erste richtige Zeit als Profi, weit weg von zu Hause und eine neue Herausforderung. In Freiburg habe ich sowohl fußballerisch als auch menschlich sehr viel gelernt. In Freiburg geht es familiär zu, jedoch mit einer wahnsinnigen Akribie und Leidenschaft. Diese Kombination aus Herzlichkeit, Offenheit und dem Gemeinschaftsgefühl ist im Profifußball einzigartig. Ich durfte mir meinen Kindheitstraum erfüllen und in der Bundesliga auf dem Rasen stehen. Dafür werde ich Christian Streich und dem gesamten Trainerstab sowie dem Verein für immer dankbar sein.

2017 bist Du vom SV Elversberg zum 1. FC Saarbrücken gewechselt. Wie kam es zu diesem „innersaarländischen“ Wechsel?

Zuerst einmal möchte ich mich bei der SV Elversberg bedanken, hier wurde mir nach der sehr schwierigen Zeit in Chemnitz die Möglichkeit gegeben, unter professionellen Bedingungen wieder Fußball zu spielen. Der FCS ist das Aushängeschild im Saarland und das Interesse, sowie die Perspektive des Vereins hat mich überzeugt nach Saarbrücken zu gehen

Bis zum Pokalerfolg war der Name Daniel Batz in Deutschland recht unbekannt. Innerhalb von einem Abend hat sich das komplett gewandelt. Wie ist das, wenn man plötzlich überall seinen Namen liest?

In erster Linie überwältigend. Mein Handy ist nach diesem Spiel kaum stillgestanden. Die Anfragen von Medienvertretern waren unglaublich und das musste man erst einmal verarbeiten. Natürlich freut es mich sehr, wie positiv mein Name jetzt assoziiert wird. Da fühlt man Stolz und es gibt eine gewisse Bestätigung für seinen eigenen Arbeitsaufwand. Jedoch ist mein großes Ziel, endlich diesen Aufstieg in die 3. Liga zu erreichen.

Daniel du bist jetzt schon durch deine beiden Pokalspiele eine Torwart Legende im Saarland und besonders beim 1. FC Saarbrücken, was ist das für ein Gefühl?

Das Wort Legende ist für mich nicht greifbar und ich würde mich nicht als Legende bezeichnen. Es macht mich wie gesagt stolz und glücklich, dass ich den Leuten im Saarland positive Emotionen bescheren konnte zusammen mit meinem Team. Darum geht es nach meiner Ansicht auch im Fußball, Leute zu begeistern und Emotionen gemeinsam auszuleben.

Hattest Du bei den beiden Elfmeter Entscheidungen einen Spickzettel oder hast Du dich auf dein Bauchgefühl verlassen?

Gegen den KSC hatte ich keine Information zu den Schützen. Vor dem Elfmeterschießen gegen Düsseldorf bin ich zusammen mit meinem Torwart-Trainer Hämmer die Informationen durchgegangen. Im Spiel kann man sich nur nicht alles merken, weil man voller Adrenalin ist und es auch viele Schützen waren. Am Ende entscheidet der Torwart immer selbst, für welche Ecke er sich entscheidet, ähnlich wie der Schütze (lacht). Daher kann man eher festhalten, dass es das Bauchgefühl jeweils war.

Ein Elfmeter ist für einen Torwart meistens mit viel Glück verbunden. Wie fühlt es sich an, dann gleich mehrere zu halten und das sogar noch von Bundesliga Profis?

Natürlich ist das mit viel Glück verbunden. Jeder höherklassige Fußballer sollte aus 11m in der Lage sein, den Ball ins Tor zu schießen. Fußball ist eben nicht immer rational zu erklären und viele Dinge werden im Kopf entschieden. Im Elfmeterschießen ist jedoch, wie ich finde, der Qualitätsunterschied zwischen den unterschiedlichen Ligen nicht ganz so hoch zu sehen, wie im normalen Spiel. Dennoch fühlt es sich wahninnig gut an, soviel Elfmeter zu halten.

Welche Frage an Dich würdest DU dir selber mal stellen?

Puh, ich habe keine Ahnung, ich bin eher für das Beantworten als für das Stellen von Fragen zu haben (lacht).

Warum siegt Ihr auch gegen Bayer 04 Leverkusen und zieht ins Finale nach Berlin ein?

Weil wir eine super Truppe sind, die gezeigt hat, dass wir in der Underdog-Rolle jedem Gegner gefährlich werden können. Dennoch benötigen wir hierbei viel Glück um unsere Rhein-Reise fortzusetzen Richtung Berlin.

Falls die Saison abgebrochen wird, was ist deine Meinung: Aufstockung der 3. Liga oder Annullierung der ganzen Spielzeit 2019/2020?

Wir Spieler sind nicht in der Entscheidungsinstanz und müssen leider abwarten wie das entschieden wird.

Aber es sollte auf keinem Fall zu einer Annullierung der gesamten Saison kommen. Das wäre ein Genickschlag seines Gleichen und käme dem Scheitern in der Relegation sehr ähnlich. Ein ganzes Jahr alles zu geben, um am Ende mit leeren Händen dazustehen.

Habt Ihr schon mit der Planung angefangen, wo die Meisterschaft und somit der Aufstieg in die 3. Liga gefeiert wird?

Wie bereits oben erwähnt, wir haben keinen Einfluss darauf und dementsprechend gibt es keine Planungen für Eventualitäten (lacht).

Vielen Dank für das Interview.

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