Interview mit Horst Steffen, Trainer bei der SV 07 Elversberg

Horst Steffen stellte sich unseren Fragen in dieser Corona freien Zeit

Interview mit Horst Steffen, Trainer bei der SV 07 Elversberg

Elversberg.

Hallo erstmal und vielen Dank für das Interview mit FNS in dieser fußballlosen Zeit.

Herr Steffen, Sie wurden bei Krefeld geboren und haben viele Jahre für den KFC gespielt. Fühlen Sie sich diesem Verein besonders verbunden?

Uerdingen ist mein Heimatclub und aufgrund dessen verfolge ich die Entwicklung des Clubs. Am schönsten sind allerdings die Kontakte zu den damaligen Spielern.

Sie sind in Ihrer Jugend zehn Mal mit der deutschen U21 aufgelaufen – was ist das für ein Gefühl, wenn man das Nationaltrikot anhat?

In dieser Zeit war ich mächtig stolz auf die Möglichkeit, in Deutschlands Auswahl zu spielen. Ich fühlte eine große Bestätigung. Rückblickend waren es schöne Erfahrungen mit tollen Menschen.

Sie haben auch zwei Jahre lang für Borussia Mönchengladbach gespielt, einen Verein, der mir persönlich auch am Herzen liegt. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Borussia ist ein besonderer Verein. Es war super, auf dem Bökelberg zu spielen, angefeuert von den Fans und dem Trommler Manolo. Wir hatten auch dort tolle Typen in der Mannschaft.

Bevor Sie Profi-Mannschaften trainiert haben, waren Sie auch mehrere Jahre in Duisburg und Gladbach in der Jugend als Trainer tätig. Was waren für Sie die Unterschiede als Trainer einer Profi- und einer Junioren-Mannschaft?

Die Unterschiede in der Arbeit sind deutlich. In den Jugendmannschaften geht es in erster Linie darum, einzelne Spieler soweit zu verbessern, dass sie es schaffen, in den Profikader zu kommen. So hatte ich dann auch trainiert. Das Mannschaftsergebnis spielte eine etwas untergeordnete Rolle. Außerdem spielt die Erziehung eine größere Rolle bei Jugendmannschaften als bei den Senioren. Bei den Senioren geht es mehr um das Mannschaftsspiel, die Spielstrategie und natürlich um das Ergebnis. Insofern sind die Trainingsinhalte auch mehr auf den Mannschaftserfolg ausgerichtet.

Sie haben 2003 ihre Spielerkarriere beendet und anschließend direkt Ihre Trainerkarriere begonnen. Wann ist für Sie der Entschluss gereift, die Trainerlaufbahn einzuschlagen?

Ich hatte als Spieler schon immer den Mannschaftsgedanken im Kopf und als Mittelfeldspieler musste ich strategisch denken. Dadurch entwickelte ich mich in eine Führungsrolle und hatte mich verantwortlich für die gesamte Mannschaft gefühlt. Zusätzlich hatte ich einige schwerere Verletzungen. In dieser Zeit hatte ich bis auf den Fußball-Lehrer meine Trainerlizenzen gemacht. Also hatte ich in dieser Zeit schon die Idee, dass es mir Spaß machen könnte. Eine Bestätigung erfuhr ich auf meiner ersten Trainerstation beim SC Kapellen/Erft. Nach drei Jahren wechselte ich dann zum MSV Duisburg, trainierte dort die zweite Mannschaft und bekam mein erstes hauptberufliches Engagement. Über diese Möglichkeit bin ich bis heute dankbar, denn es war der Einstieg in die hauptberufliche Arbeit als Trainer.

Gibt es besondere Erinnerungen an die Zeit des Fußballlehrer-Lehrgangs?

Ja 😊. Auch hier hatten wir eine tolle Gemeinschaft mit außergewöhnlichen Persönlichkeiten. Auf Einzelheiten möchte ich nicht eingehen. 😉

Ihr Vertrag bei der SVE, bei der Sie schon eineinhalb Jahre tätig sind, läuft noch bis Sommer 2021. Die Fans und Zuschauer in Elversberg schätzen es, dass Sie ein zugänglicher, nahbarer Mensch sind. Wie sehen Sie das selbst?

Es freut mich, wenn die Elversberger Fans und Zuschauer meine Art des Umgangs schätzen. Vielen Dank. Ich bin so wie es meine Eltern mir beigebracht haben und wie meine Erfahrungen mich geprägt haben. Ich versuche, alle Menschen gleich wertzuschätzen und so mit ihnen zu kommunizieren. Ich glaube, dass das mit zugänglich und nahbar gemeint ist.

Wo sehen Sie sich selbst in den nächsten drei bis fünf Jahren, sowohl beruflich als auch privat?

Ich bin sehr glücklich wie es gerade läuft in allen Bereichen! Privat möchte ich weiterhin so viele nette und liebevolle Menschen um mich herum behalten und auch die Entwicklungen unserer Kinder und Enkelkinder begleiten. Die Zukunftsplanung sportlich sieht so aus: Immer wieder möchte ich Herausforderungen suchen, mich weiterentwickeln und mit vielen Menschen arbeiten, die das Gleiche wollen – sportlich ist die 3.Liga, später dann auch die 2.Liga das Ziel.

Ich sage Danke für Ihre Zeit und das sehr nette Gespräch, man sieht sich hoffentlich bald wieder auf dem Platz. Bleiben Sie und Ihre Familie gesund.

Ich bedanke mich ebenfalls und wünsche Ihnen auch eine gesunde und friedvolle Zeit.

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