Wie geht es weiter im Saarfußball?

Lediglich jeder 4. saarländische Fußballverein will die Saison fortsetzen.

Wie geht es weiter im Saarfußball?

Eine Einschätzung von FNS Autor Cedric Stolte

Saarland. Die Umfrage, die der Saarländische Fußballverband letzte Woche unter Ihren 370 Vereinen durchgeführt hat, zeigt, was sicherlich zu erwarten war bei vier Auswahlmöglichkeiten beim Szenario Abbruch, ein recht knappes Ergebnis mit viel Interpretationsspielraum.

Aber dieses Ergebnis zeigt klar, dass von den 275 abgestimmten Vereinen lediglich nur jeder 4. eine Fortsetzung der Saison 2019/2020 wünscht. Dieses Meinungsbild zeigt auch eine aktuelle Umfrage von FNS bei der rund 1.900 Personen teilgenommen haben. Hier waren auch nur 35 % für eine Fortsetzung.

Welche Fakten wissen wir ganz sicher?

Fakt 1:

Eine optimale Entscheidung für ALLE wird es nicht geben! Auf jeden Fall will jeder irgendwann wieder auf den geliebten Fußballplatz zurück, natürlich erst dann, wenn es wieder möglich ist. Gesundheit geht vor!!

Fakt 2:

Jeder Beteiligte (Verein, Verband, Spieler, Trainer, Betreuer, Schiedsrichter, Platzwart,…) will eine schnelle Entscheidung damit jeder planen kann.

Fakt 3:

Eine bundesweite einheitliche Entscheidung wird es NICHT geben. Es gibt keine rechtliche Grundlage in Spielordnungen etc.. In Bayern wird die Saison sicher fortgesetzt, in Niedersachsen dagegen wohl nicht.

Vielleicht brauchen wir Personen die Verantwortung zeigen und sich hinstellen und sagen so und so geht es weiter, lasst uns gemeinsam diesen Weg gehen!

Hier wäre sportlicher Teamgeist gefragt und vielleicht tun sich beispielsweise alle drei Präsidentschaftskandidaten des SFV zusammen und stellen sich gemeinsam vor die Presse und sagen: „Wir wollen gemeinsam die Saison abbrechen und wollen mit der Hinrundentabelle abschließen mit Aufsteiger aber ohne Absteiger. Lasst uns dazu einen gemeinsamen Beschluss auf einem virtuellen Verbandstag mit großer Mehrheit schnellmöglich treffen!“

Lieber Adrian, lieber Thorsten, lieber Herr Hölzer vielleicht schaffen wir dies gemeinsam!

Warum ist ein Abbruch die einzig richtige Entscheidung?

Natürlich kann jeder Leser den Autor dafür kritisieren, dass er selber kein Fußball mehr spielt und nur in anderer Weise am Spielgeschehen teilnimmt und vielleicht nicht weiß wie es ist sportlich zu gewinnen oder zu verlieren. Aber lasst uns mal realistisch schauen.

Die Vereine haben das arbeitsrechtliche Risiko und haben Verträge mit Trainern und ggf. Spielern zum 30.6. bereits beendet. Ein Spieler und ein Trainer der schon vielleicht abgeschlossen hat mit diesem Verein und sich auf seinen neuen Verein freut, wird er noch alles geben für den jetzigen Verein über den 01.07.2020 hinweg und diesen „gezwungen“ Weg mitgehen bis irgendwann die Saison sportlich beendet ist? Folgen da vielleicht nicht vorgetäuschte Verletzungen oder Krankschreibungen?

Wird der Verein, der durch die Krise in finanziellen Schwierigkeiten geraten ist, nicht anderes übrig bleiben als Verträge jetzt sofort zu kündigen, Mannschaften aus dem Spielbetrieb zu nehmen und mit einer ganz anderen, (wohl) schwächeren Mannschaft weiterspielen?

Wird ein Verein überhaupt die Krise überleben und dann die Saison überhaupt fortsetzen können?

Wird vielleicht das Ganze nicht doch sportlich etwas arg verzerrt werden und ist es dann die Warterei wert?

Können wir den Amateurvereinen womöglich überhaupt zumuten die Saison schnell in englischen Wochen fortzusetzen und zu beenden umso dann die neue Runde ebenfalls schnell über die Bühne zu bekommen, wo alle Spieler und Trainer nebenbei ihren Hauptberuf nachgehen?

Oder machen wir dann nach Weihnachten wieder ein halbes Jahr Pause bis wir die Saison 2021/2022 im August 2021 beginnen, damit man in ganz Deutschland wieder auf dem gleichen Level ist?

Ich glaube persönlich der Weg zu einem Abbruch wird am Schluss der bessere sein und jedem etwas mehr Gerecht werden.

Aber das wichtigste ist, lasst uns vielleicht gemeinsam die Saison 2020/2021 versuchen im September zu beginnen und regulär zu beenden und lasst uns aus dieser Krise und mit der verbunden Sportpause die Zeit nutzen um daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen für den saarländischen Fußball!

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