Wirbel um außerordentlichen Verbandstag

Derzeit streiten der Saarländische Fußballverband (SFV) und die Initiative „Vereine Vor“ um die Terminierung eines außerordentlichen Verbandstages.

Wirbel um außerordentlichen Verbandstag

Derzeit streiten der Saarländische Fußballverband (SFV) und die Initiative „Vereine Vor“ um die Terminierung eines außerordentlichen Verbandstages.

Wir haben die Positionen für Euch zusammen gestellt.

Der Saarländische Fußballverband verkündete Folgendes:

Am Donnerstag, 19.09.2019 wurde ein von 131 Vereinen unterschriebener Antrag „den Verbandsvorstand neu zu wählen“ bei der SFV-Geschäftsstelle eingereicht.

Der Verbandsvorstand hat die Anträge rechtlich prüfen lassen. Ein unabhängiger Anwalt für Vereinsrecht ist zum Ergebnis gekommen, dass der Antrag nicht den rechtlichen Anforderungen entspricht und somit unzulässig ist.

Begründung: der Antrag lautet auf „Neuwahl des Vorstandes“. Der Vorstand des SFV ist jedoch bis zum ordentlichen Verbandstag 2020 gewählt. Offen ist lediglich die Position des Präsidenten.

Ein außerordentlicher Verbandstag kann auf dieser Grundlage nicht einberufen werden. Das Gutachten kann auf unserer Internetseite www.saar-fv.de eingesehen werden.

Der Verbandsvorstand respektiert das Ansinnen der Vereine. Vor einer Neuwahl müsste aber zunächst eine Abwahl des gewählten Vorstandes erfolgen. Nur so ist aus unserer Sicht ein Vorstand zu wählen, der auch im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen handlungsfähig und dessen Wahl nicht anfechtbar ist.

Bei einem einzuberufenen außerordentlichen Verbandstag würden somit folgende 8 Positionen im Verbandsvorstand in einem ersten Schritt vorab einzeln abzuwählen sein:

- Vizepräsident - Bernhard Bauer

- Vizepräsident - Adrian Zöhler

- Schatzmeister - Karl-Heinz Hilpert

- Justiziar - Joachim Schmieden

- Pressesprecher - Harald Klyk

- Vorsitzender Verbandspielausschuss - Adalbert Strauß

- Vorsitzender Verbandsjugendausschuss - Rainer Bommer

- Beauftragte für Frauen- und Mädchenfußball - Nicole Recktenwald

Die Position des Vorsitzenden des Verbandsschiedsrichterausschusses, Dr. Volkmar Fischer, steht nicht zur Abwahl, da dieses Amt an der separaten Schiedsrichterhauptversammlung im Frühjahr 2020 gewählt wird und vom ordentlichen Verbandstag 2020 lediglich zu bestätigen ist.

Da die unterschriebenen Anträge unzulässig sind, bieten wir den Vereinen die Möglichkeit mit einem separat zu stellenden Antrag klar zu definieren, was gewollt ist – eine von den Vereinen mögliche gewollte Abwahl jedes einzelnen Vorstandsmitglieds muss darin explizit genannt sein, da ansonsten keine Neuwahl möglich ist.

Wichtiger Hinweis:

Der ordentliche Verbandstag ist für den 06.06.2020 terminiert und wird stattfinden. Alle Vorstandsmitglieder sind an diesem Tag zu wählen, unabhängig eines vorherigen außerordentlichen Verbandstags.

Vereine Vor nahm wie folgt Stellung:

Wir wissen, dass es für den bisherigen Vorstand des SFV eine Situation ist, mit der der Umgang nicht leicht fällt. Dass er allerdings versucht, mit Tricksereien und Mauscheleien die Satzung auszuhebeln und den klaren Wunsch vieler Vereine nach einem Neuanfang nicht als Herausforderung anzunehmen, hätten wir nicht für möglich gehalten. Es zeugt von einem unübersehbaren und fatalen Demokratieverständnis, den Willen der Vereine nicht anerkennen zu wollen. Diese Entscheidung zeigt allerdings vor allem, dass die Vereine dieser Verbandsspitze egal sind. Es geht offenbar nur noch um Machterhalt, nicht um die Bedürfnisse von Tausenden von Mitgliedern. Es geht offenbar nur um das Kleben an Pöstchen und nicht um die großen und kleinen Probleme der 368 Vereine im Saar-Fußball.

Wir wollten und wollen den Rechtsweg vermeiden und setzen auf Einsicht und auf den gesunden Menschenverstand. Und appellieren an die derzeitige Verbandsspitze, eine weitere Eskalation zu vermeiden. Der Deutsche Fußball-Bund wird sich in dieser Woche eine neue Führung geben. Und wir haben den Eindruck gewonnen, dass damit auch auf einen neuen Stil im Umgang mit der Öffentlichkeit und den Vereinen gesetzt wird. Umso bedauerlicher wäre es, wenn die Führung des Saarländischen Fußballverbandes genau gegenteilige Signale setzen würde.

Damit kein Zweifel aufkommt: Wir werden einen Außerordentlichen Verbandstag mit einer Neuwahl des kompletten Vorstandes durchsetzen. Nur so wird es den notwendigen Neuanfang im Saar-Fußball geben. Wir behalten uns im Sinne eines demokratischen und rechtlich einwandfreien Prozesses vor, rechtlich gegen die derzeitige Führung des SFV vorzugehen, um das verbriefte Recht der Vereine auf einen Verbandstag mit kompletten Neuwahlen durchzusetzen.

Es wäre sehr bedauerlich, wenn uns nichts anderes übrig bleiben würde, den Willen von mehr als 130 Vereinen, die uns einen klaren Auftrag gegeben haben, auf dem Rechtsweg durchzusetzen.

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