Interview mit Torwarttrainer Frank Kackert

Fußball-News Saarland unterhielt sich in dieser schweren Lage mit Frank Kackert, Torwarttrainer beim VfL Borussia Mönchengladbach. Er wechselte vom FCS zu Borussia Mönchengladbach in die Bundesliga.

Interview mit Torwarttrainer Frank Kackert

Fußball-News Saarland unterhielt sich in dieser schweren Lage mit Frank Kackert, Torwarttrainer beim VfL Borussia Mönchengladbach. Er wechselte vom FCS zu Borussia Mönchengladbach in die Bundesliga. Wir sprachen mit ihm über seinen Werdegang, Torwarttalente und seine Arbeit bei Gladbach.

Ein Interview von Ralf Hasselberg

FNS: Hallo Frank, schön, dass Du dir in diesen turbulenten Zeiten Zeit für ein Interview mit uns nimmst! Ist für Dich ein Traum in Erfüllung gegangen mit Deinem Engagement bei Gladbach?

Frank Kackert: Es war schon immer ein Wunsch und mein Ziel gewesen in solch einem Bereich zu arbeiten! Umfeld und Größe eines Bundesligisten sowie die professionelle und detaillierte Arbeit erstaunten selbst mich.

Wie wurdest Du aufgenommen im Team und haltet Ihr Saarländer zusammen (Patrick Herrmann und Du)?

Die Aufnahme war sehr offen und herzlich, Mönchengladbach ist ein sehr bescheidener und familiärer Verein, trotz der Größe. Die Charakterzüge der Region ähneln sehr der Saarländer. Außerdem steche ich mit meinem Dialekt hier heraus wie ein rosa Elefant (lacht). Patrick ist ein super Typ, da wir viele Leute aus unserer Vergangenheit kennen und das Saarland klein ist, kamen wir schnell ins Gespräch und verstanden uns auf Anhieb sehr gut.

Hätte es auch ein anderer Verein sein können, zum Beispiel aus der 2. Liga?

Da ich beim 1. FC Saarbrücken, meinem Herzensverein, arbeitete und ich noch zusätzlich einen sehr guten Arbeitsplatz bei der AVA Velsen im öffentlichen Dienst hatte, wäre ein Wechsel zu einem Zweitligisten nicht in Frage gekommen.

Wie lautet dein Fazit nach knapp einem Jahr?

Mein Aufgabengebiet ist die U23 und U19, also der Übergang von jungen Torhütern zur 1. Mannschaft. Die Zusammenarbeit zur 1. Mannschaft ist nahtlos, da immer wieder junge Torhüter im Training der Profis eingebaut werden, um sich so an das schnellere Tempo und die Härte zu gewöhnen. So sind mit Jan Olschowsky, Jonas Kersken und Max Brüll drei Torhüter aus diesem Bereich bereits mehrfach im Training der Profis eingebaut worden. Alle drei Torhüter sind zwischen 17 und 19 Jahre alt, also echte Fohlen. Jan Olschowsky, der noch in der U19 spielen dürfte, ist bereits die Nummer Eins der Regionalliga Mannschaft sowie im Kader der U19 Nationalmannschaft und trainiert regelmäßig oben mit. Jonas Kersken kam erst aus der U19 von RW Essen und kam trotz langer Verletzung bereits auf fünf Einsätze in der Regionalliga West und entwickelt sich sehr gut. Max Brüll ist als junger Jahrgang bereits die Nummer Eins unserer U19 in der Bundesliga West und ist ebenfalls im erweiterten Kreis der Nationalmannschaft.

Was ist der Trainingsunterschied zwischen FCS und VfL? Wie sieht die Zusammenarbeit mit Torwart-Legende Uwe Kamps aus?

Die Zusammenarbeit mit Torwartkoordinator Uwe Kamps ist sehr gut, Uwe lebt den Verein, man merkt das es seine Herzensangelegenheit ist. Trotz seiner Position ist es ihm nicht zu viel, selbst bei Engpässen die jüngeren U Mannschaften am Abend zu trainieren. Er fordert Professionalität und lebt sie selbst in allen Bereichen vor. Er stellte das Ausbildungskonzept und das Torwarttrainerteam auf. Ziel ist es nach Marc André Ter Stegen wieder einen Torhüter aus der eigenen Jugend ins Profitor zu bringen.

Tat dir der Abschied vom 1. FCS weh oder war die Freude über eine Aufgabe bei einem Bundesligisten größer?

Saarbrücken ist seit meiner Jugend mein Verein. Ich wechselte damals mit 15 Jahren zum FC und spielte dort 8 Jahre. 2009 begann ich dann bei der Frauenbundesligamannschaft als Torwarttrainer, ehe ich 2014 zur 1. Mannschaft gezogen wurde. Bereits im Alter von 12 Jahren stand ich als Fan im Ludwigspark. Also kann man sich vorstellen wie schwer es mir gefallen ist. Allerdings hätten mir die Vorfreude auf diese tolle Aufgabe und der Abschied mit dem Saarlandpokalsieg es mir nicht leichter machen können.

Was denkst Du, wie die Saison zu Ende geht wegen dem Corona Virus?

Ich halte mich bezüglich der Fragen nach Corona wie Jürgen Klopp. Diese Fragen sollen unsere Fachleute beantworten. Kompliment an alle Menschen, die jetzt für uns da sind und selbstlos jeden Tag Höchstleistung bringen müssen. Diese Zeit zeigt, dass Fußball eben nur die schönste Nebensache der Welt ist! Um es mit den Worten der Bundeskanzlerin zu sagen: Wir schaffen auch das.

Bitte bleibt zuhause und seid füreinander da!

Vielen Dank für das sehr angenehme und offene Gespräch.

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